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Aus dem Schatten der 'multinationalen Sowjetliteratur' : der russische Schriftsteller Anatolij Kim

Title: Aus dem Schatten der 'multinationalen Sowjetliteratur' : der russische Schriftsteller Anatolij Kim
Authors: Göbler, Frank
Publication Year: 2026
Collection: Publication Server of Goethe University Frankfurt am Main
Subject Terms: Kim; Anatolij; Sowjetunion; Nationalitätenstaat; Einwanderung; Internationalität; Marxismus-Leninismus; ddc:800; ddc:891.8
Description: Der sowjetischen Literatur war Internationalität - in einem spezifischen Sinne - von Beginn an eingeschrieben. [.] Bis zur Machtübernahme der Bolschewiki 1917 wurde Literatur in Russland aber im Wesentlichen national gedacht - ungeachtet der Bedeutung, die internationale Wechselwirkungen für die Literaturentwicklung auch im 19. und 20. Jahrhundert noch hatten. Erst mit der Bildung der UdSSR wurden Versuche unternommen, die Kulturen des Vielvölkerstaates, der das zaristische Russland auch schon war, zu entwickeln und zu integrieren. Eine Homogenisierung im Sinne einer sowjetischen 'Nation' wurde nur phasenweise angestrebt; vorherrschende Idee war eher die eines multikulturell/multinational geprägten, wenngleich russisch dominierten Selbstverständnisses. In der Literatur war damit das Postulat ideologischer Einheitlichkeit verbunden, das zugleich ästhetische Gleichförmigkeit bedeutete, da mit der Gründung des Sowjetischen Schriftstellerverbandes 1934 die Prinzipien des Sozialistischen Realismus für verbindlich erklärt worden waren. Deren Lockerung infolge des Tauwetters nach dem Tod Stalins ließ allmählich Freiräume entstehen, in denen sich strukturell und thematisch abweichende Konzepte realisieren ließen. So konnten in den 1970er Jahren im Kontext der sogenannten 'Dorfprosa' Texte erscheinen, die zuvor tabuisierte religiöse Inhalte transportierten (Valentin Rasputin, Vladimir Solouchin, Viktor Astaf'ev u. a.). Legitimierbar, wenn auch nicht unumstritten, war dies dadurch, dass man sich mit dem russischen Dorf und seinem zumeist der älteren Generation angehörenden Personal einem Raum zuwandte, der für die gesellschaftliche Entwicklung als marginal angesehen werden konnte. Ähnliches ist für die Literaturen der kleineren Nationalitäten anzunehmen, die zwar längere Zeit um die Befolgung der ideologischen Vorgaben bemüht waren, aber in den 1970er und 1980er Jahren zunehmend aus deren Schatten treten konnten. Der von koreanischen Einwanderern abstammende, russisch schreibende Anatolij Kim ist wohl derjenige Autor, der ...
Document Type: article in journal/newspaper
File Description: application/pdf
Language: German
Availability: http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/95990; https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hebis:30:3-959905; http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/files/95990/Goebler_Anatolij-Kim_Komparatistik-2024.pdf
Rights: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de ; info:eu-repo/semantics/openAccess
Accession Number: edsbas.530AF40C
Database: BASE