Kurzberichte aus der internationalen Entwicklungszusammenarbeit - Afrika

Titel: Kurzberichte aus der internationalen Entwicklungszusammenarbeit - Afrika / Friedrich-Ebert-Stiftung
Teil: Die Côte d’Ivoire im 3. Krisenjahr: Bringt Pretoria den Frieden? / Jens-U. Hettmann
Verfasser:
Ausgabe: Stand 15.06.2005
Veröffentlicht: Bonn : Friedrich-Ebert-Stiftung, Referat Afrika, 2005
Format: E-Book
Sprache: Deutsch
Schriftenreihe/
mehrbändiges Werk:
Kurzberichte aus der internationalen Entwicklungszusammenarbeit - Afrika / Friedrich-Ebert-Stiftung
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Vorliegende Ausgabe: Online-Ausg.: Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung, Referat Afrika, 2005. - Online-Ressource.
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Zusammenfassung: Seit dem gescheiterten Putschversuch vom 19. September 2002 ist die Côte d’Ivoire zweigeteilt. Ein prekärer Waffenstillstand wird durch internationale Friedenstruppen mit Mandat der Vereinten Nationen (VN) gesichert. Mehrere Friedensabkommen scheiterten. Jetzt gibt es neue Hoffnung. Dem von der Afrikanischen Union (AU) mandatierten Vermittler Thabo MBEKI gelang am 06. April 2005 ein wenig erwartetes Kunststück: In Pretoria unterzeichneten neben ihm selbst die führenden Vertreter der Konfliktparteien - Laurent GBAGBO (Staatschef, FPI), Henri Konan BÉDIÉ (1999 gestürzter Präsident, PDCI), Seydou Elimane DIARRA (Premierminister der Regierung der nationalen Aussöhnung), Alassane Dramane OUATTARA (Opposition, RDR) und Guillaume SORO (Rebell, Generalsekretär der Forces Nouvelles) - ein Friedensabkommen. Es soll nach fast drei Jahren permanenter Krise und vier gescheiterten Vorgängerabkommen (Accra I-III, Marcoussis) den politischen Durchbruch bringen. Die Agenda ist umfassend, die Hoffnungen sind groß, dennoch gibt es weiterhin Zweifel daran, ob die Konfliktakteure wirklich bereit sind, ihre bisher unnachgiebig vertretenen Positionen so zu verändern, dass Kompromisslösungen möglich werden. Vorliegender Beitrag beleuchtet und diskutiert zunächst den Friedensschluss von Pretoria und versucht in einem zweiten Schritt eine Prognose seiner Belastbarkeit. Abschließend werden mögliche Zukunftsszenarien diskutiert. Er kommt zu dem Ergebnis, dass der Friedensprozess weiterhin nicht selbsttragend ist und durch Druck der internationalen Gemeinschaft vorangebracht werden muss.