Historiographie an europäischen Höfen

Titel: Historiographie an europäischen Höfen : (16. - 18. Jahrhundert) ; Studien zum Hof als Produktionsort von Geschichtsschreibung und historischer Repräsentation / hrsg. von Markus Völkel ...
Beteiligt:
Veröffentlicht: Berlin : Duncker & Humblot, 2009
Umfang: 382 Seiten ; 233 mm x 157 mm
Format: Buch
Sprache: Deutsch; Englisch; Französisch
Schriftenreihe/
mehrbändiges Werk:
Zeitschrift für historische Forschung. Beiheft ; 43
RVK-Notation:
Schlagworte:
ISBN: 9783428130955
Buchumschlag
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Lokale Klassifikation: 1 5 A ; 1 13 L ; 4 5 A ; 20 5 A ; 2 L 785 ; 54 5 A ; 32 5 A ; 32 7 E ; 31 15 L

Die historische Forschung erachtet die hof- und staatsnahe Historiographie der frühen Neuzeit als parteiisch, methodisch veralteten Modellen verpflichtet und im Bereich der Öffentlichkeit als dysfunktional und ineffizient. Zurecht?

Die europäischen Höfe erzeugten in der Genealogie und im Zeremoniell für die Geschichtsschreibung systemrelevantes historisches Wissen. Über Hof- und Staatshistoriker konnten "Geschichtsbilder" entworfen werden, die im nationalen wie übernationalen Rahmen durchaus Erfolg hatten. Gerade die offiziöse Geschichtsschreibung erweist sich als präzises Meßinstrument für die Verfaßtheit der jeweiligen Öffentlichkeit. Aufschlußreich sind zudem die Strategien und Investitionen der Regierungen im Bereich der historischen Repräsentation. Es wird deutlich, daß die Geschichtsschreibung auch eine vielseitige Vermittlerin von politischen, ästhetischen und wissenschaftlichen Programmen war. Somit wirkt sie nicht nur bei der Artikulation eines gesamteuropäischen Geschichtsraumes mit, sie fordert auch zur Suche nach Parallelphänomenen in außereuropäischen Gesellschaften auf.