| Zusammenfassung: |
Der Begriff der Solidaritat, der in der Zeit nach der Franzosischen Revolution gepragt wurde, steht in einer spezifischen Spannung zu den liberalen Sozialtheorien des 18. Jahrhunderts. Wahrend er in den Sozialwissenschaften, bei Comte und Durkheim, als zentrale Beschreibungskategorie arbeitsteiliger Gesellschaften fungiert, avanciert er im Solidarismus der Jahrhundertwende (u.a. bei Leon Bourgeois) zum republikanischen Legitimationskonzept des entstehenden Wohlfahrtsstaates. Im 20. Jahrhundert erlebt er dann jedoch theoretisch und programmatisch einen eigentumlichen Niedergang. Hermann-Josef Gro Kracht wirft in seiner Ideengeschichte des Solidaritatsbegriffes die Frage nach einem 'Neustart solidaristischer Vernunft' auf
|