Imperium ante portas
| Titel: | Imperium ante portas : die deutsche Expansion in Mittel- und Osteuropa zwischen Weltpolitik und Lebensraum : (1914-1918) / Kai-Achim Klare |
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| Veröffentlicht: | Wiesbaden : Harrassowitz Verlag, 2020 |
| Umfang: | 588 Seiten : Karten ; 24 cm x 17 cm |
| Format: | Buch |
| Sprache: | Deutsch |
| Schriftenreihe/ mehrbändiges Werk: |
Veröffentlichungen des Nordost-Instituts ; Band 27 |
| Einheitssachtitel: | Die Genese des deutschen Ostimperiums 1914-1918 |
| Hochschulschrift: | Dissertation, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 2018 |
| RVK-Notation: | |
| ISBN: | 9783447113557 ; 3447113553 |
| Hinweise zum Inhalt: |
Inhaltsverzeichnis
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Oft wenig beachtet strebte das Deutsche Reich wahrend des Ersten Weltkrieges in den von Russland eroberten Territorien in Mittel- und Osteuropa die Schaffung einer kontinentalen Hegemonie an. Die Langzeitwirkung dieses Imperiums ante portas reichte bis weit in die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus hinein. Kai-Achim Klare widmet sich in seiner umfassenden Studie zur Etablierung dieses Herrschaftsraums zunachst der Genese zeitgenossischer deutscher Osteuropa-Vorstellungen, die als wichtige Grundlage fur die Ausformulierung politischer Ziele dienten. Auf der Basis umfangreicher Quellen werden weiter nicht nur vorherrschende Ideologien und imperialistische Strategien in Militar- und Staatsfuhrung eingehend untersucht, sondern insbesondere Handlungsspielraume und Motive der Besatzer vor Ort ausgelotet. Durch die gleichzeitige Betrachtung von Zentrum und Peripherie gelingt es Klare, die gegenseitige Beeinflussung von Heimat- und Kolonialgesellschaft durch unterschiedliche imperiale Modelle offenzulegen. Die detaillierte Analyse des Besatzungsgebietes "Ober Ost" vermittelt dabei erstmals ein viel ausgepragteres Spektrum an widerspruchlichen Erfahrungen als dies bisher in der Historiographie angenommen wurde. Abschliessend diskutiert Klare kritisch die dominante Lesart, nach der die reichsdeutsche Ostpolitik und die lokale Okkupationspraxis zusammen nur ein Praludium fur die radikale Eroberungspolitik im Zweiten Weltkrieg darstellten.


